Atemwegserkrankungen

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Augenentzündung, Erkältung, Bronchitis, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung

Augenausfluß zeigt oft auf den Beginn einer Erkältungskrankheit bei Degus hin
Augenausfluß zeigt oft auf den Beginn einer Erkältungskrankheit bei Degus hin

Symptome: Der Degu hat tränende oder verklebte Augen mit weißen Schlieren am Rand. Er zeigt Nasenausfluß, nießt häufig und seine Vorderpfötchen sind durch häufiges Streichen über die Augen nass, teilweise fällt dort das Fell aus. Schwer kranke Tiere haben eine verstärkte pumpende Atmung bis hin zur Maulatmung, sowie Koordinationsprobleme. Meistens verweigern die Tiere aufgrund der Atemnot schließlich die Nahrungsaufnahme.


Ursache: Ungünstige Umweltbedingungen (wie z.B. Streß, Vitaminmangel, feuchte Einstreu, altes Futter oder kalter Luftzug) begünstigen das Ausbrechen einer solchen Infektion. Oft fängt die Erkrankung mit verklebten, tränenden Augen an. Durch Reiben der Vorderpfötchen über die infizierten Augen und die Nase werden die Erreger dann im Nasen-Rachen-Raum ausgebreitet. Häufig entwickelt sich daraus eine Bronchitis bis hin zu einer Lungenentzündung.

Bei Aufsteigen der Krankheitserreger im Rachenbereich kann die Infektion auch in die Ohren gelangen (da es einen Verbindungskanal vom Rachen ins Mittelohr gibt, die sog. Eustach´sche Röhre. So entsteht eine Mittelohrentzündung, die man an Koordinationsproblemen, starkem Kratzen des Degus am Ohr und/oder der sog. Kopf-schief-Haltung erkennt.

Wird eine Erkältung nicht frühzeitig behandelt kann sie auch chronisch werden und belastet dadurch unnötig das Immunsysthem des Tieres.

Leider stellen die Atemwegsinfekte bei Degus immer noch mit die häufigste Todesursache dar. Die genauen Erreger dieser Erkrankung wurden bislang leider noch nicht beschrieben. Vermutlich handelt es sich um eine Mischinfektion mit typischen Krankheitserregern der Atemwege (sowohl Bakerien als auch Viren), wie sie bei vielen Nagern anzutreffen sind.


Therapie: Ein möglichst rascher Therapiebeginn ist wichtig! Mit dem Gang zum Tierarzt sollte deshalb nicht gewartet werden, geschweige denn ausschließlich eigene Therapieversuche unternommen werden. Ebenso sollte der erkrankte Degu zur Vermeidung von Ansteckung seiner Artgenossen vorübergehend isoliert gehalten werden.

Augenentzündung: Die Augen sollten mehrmals täglich gesäubert und mit einer antibiotischen Salbe oder Tropfen (gibt es nur beim TA) behandelt werden. Infektion der Atemwege: Der Degu sollte für mindestens 7 Tage ein Antibiotikum (z.B. Chloramphenicol-Saft oder Baytril) vom Tierarzt verordnet bekommen. Zusätzliche, das Immunsystem unterstützende Medikamente, können vom Tierarzt ebenfalls gespritzt werden.

Das könnt Ihr zur Unterstützung der Therapie tun: Der Käfig mit dem kleinen Patienten sollte an einem warmen, trockenen und zugfreien Ort stehen. Kranke Tiere sollten stets auf frischer Einstreu oder sauberen Handtüchern gehalten werden. Manche Degus müssen bei Futerverweigerung zwangsgefüttert werden. Bewährt hat sich die Bestrahlung eines Teils des Käfigs mit einer Rotlichtlampe. Wenn der Degu nicht allzuviel an Gegenständen nagt ist auch eine lauwarme Wärmflasche (eingewickelt in ein Handtuch) geeignet.

Zur Erleichterung der Atmung kann ein Taschentuch mit zwei bis drei Tropfen mentholfreien ätherischen Öls (z.B. Babix für Säuglinge -> Apotheke) beträufeltes werden und an die Decke des Käfig gehängt werden. Ebenso kann Euch der Tierarzt erklären, wie Ihr eine Inhalation (zur Atmungserleichterung) bei einem Degu durchführen könnt. Erkältungen bei Nagetieren sollten nie unterschätzt werden!


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