Diabetes

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Zuckerkrankheit bei Degus

Die milchige Verfärbung der Linse ist gut zu erkennen
Die milchige Verfärbung der Linse ist gut zu erkennen
Im Gegensatz dazu ein Auge mit einer Entzündung der Hornhaut
Im Gegensatz dazu ein Auge mit einer Entzündung der Hornhaut
So weit öffnet sich die Pupille bei Dunkelheit
So weit öffnet sich die Pupille bei Dunkelheit

Symptome: Linsentrübung (Katarakt=grauer Star), erkennbar an einer blau-weißlichen Färbung der Augenmitte, oft verbunden mit Gewichtszu- oder abnahme, vermehrtem Trinken und Harnabsatz. Häufig treten zusätzlich gefährliche Geburtskomplikationen und evtl. Zahnanomalien auf (eigene Vermutung).

Ursache: Diabetes mit Ausbildung eines Katarakts

Degus sind nicht in der Lage große Mengen Zucker (Glukose) abzubauen. Füttert man Sie mit zuckerhaltigen Lebensmitteln (z.B. Obst, zuckerhaltige Leckerlis aus dem Zoofachhandel) entwickeln sie einen sogenannten Diabetes mellitus (= übermäßig hoher Gehalt an Zucker im Blut), der u.a. mit Leberverfettung und Ausbildung einer Linsentrübung (Katarakt) einhergeht.

Allerdings ist es noch nicht völlig geklärt, in wie weit die Erkrankung von falscher Fütterung oder/und von Vererbung abhängt. Bei meinen eigenen Degus, welche aus zwei verschiedenen „Familien" stammen, hat nur der eine Teil bei gleicher zuckerarmer Ernährung einen Diabetes ausgebildet, weshalb ich selbst die Vererbung als Hauptursache ansehe und dringend dazu anrate mit „erkrankten Familien" nicht mehr zu züchten.

Weiterführende Informationen und eigene Untersuchungen zum Thema Diabetes bei Degus findet Ihr hier: Thema Diabetes bei Degus

Entstehung der Linsentrübung bei einer Diabetes-Erkrankung: Durch den extrem hohen Glukosegehalt im Blut ist auch der Zuckergehalt im Kammerwasser des Auges erhöht. Durch das Enzym Aldose-Reduktase in der Linse, welches Glukose zu Sorbital umwandelt, steigt somit auch die Sorbitolkonzentration. Sorbitol wird in den Zellen der Linsenkapsel angesammelt und zieht infolge von Osmose (= Diffusion einer Flüssigkeit durch eine semipermeable Membran - hier die Zellmembran - bis zum Konzentrationsausgleich gelöster Teilchen) Wasser in die Zellen. Diese weiten sich dadurch aus bis der Druck zu groß ist und platzen. Es bildet sich praktisch ein weißer Schleier aus zerstörten Zellen in der Linse, wodurch der Degu erblindet und nur noch „hell" und „dunkel" wahrnehmen kann (erkennbar am meist noch vorhandenen Pupillarreflex, d.h. lichtbedingtes Weit- und Engstellen der Pupille).

Therapie: Leider ist der Diabetes bei Degus noch (?) nicht therapierbar, da es eher unwahrscheinlich ist Degus auf eine tägliche Insulinspritze einstellen zu können. Denkbar wäre in ferner Zukunft höchstens der operative Ersatz der Linse mit einer Kunstlinse, was bereits erfolgreich bei Hunden und Katzen durchgeführt wird. Auch bei erkrankten Tieren ist jedoch stets auf eine zuckerarme Ernährung zu achten!

Wenn Ihr selbst ein Tier mit einer Diabetes-Erkrankung habt, würde ich mich freuen, wenn Ihr meinen Diabetes-Fragebogen ausfüllen könntet: Fragebogen


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