Fütterung

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Fütterung

Die richtige Zusammenstellung des Futters ist für Degus wichtig
Die richtige Zusammenstellung des Futters ist für Degus wichtig

Es ist sehr wichtig beim Degu auf richtiges Futter zu achten, da er von sich aus eigentlich alles frißt, was man Ihm gibt. Im Gegensatz zu anderen Nagetieren, wie Hamstern und Meerschweinchen, ist er nicht in der Lage, große Mengen einfacher Zucker abzubauen, die z.B. in Obst enthalten sind. Deshalb sollte man Degus niemals Obst oder andere zuckerhaltigen Futtermittel (Achtung: auch Melasse in Fertigfutter ist Zucker!) geben. Bei Mißachtung erkranken viele Degus innerhalb weniger Monate an Diabetes (oft erst erkannt durch die, den Diabetes begleitende, Trübung der Augenlinse, s. Krankheiten).

Allerdings gibt es auch eine Reihe von Degus, welche durch wiederholte Inzucht einen angeborenen Diabetes vererbt bekommen haben. Da hilft dann auch eine adäquate Fütterung nicht mehr gegen den Ausbruch der Erkrankung. Eigene Erkenntnisse zum Thema Degu und Diabetes finden Sie unter Diabetes.

Grundsätzlich empfehle ich Degus mit handelsüblichem Meerschweinchenfutter zu füttern, das mit trockenem Gemüse, Blüten und Kräutern aufgewertet wurde (genaue Zusammensetzung siehe unten). Auch Chinchilla- oder Meerschweinchen-Pellets können im Grundfutter in kleinen Mengen angeboten werden, wenn sie keine Melasse-Zusätze beinhalten. Heutzutage gibt es ebenso ein gut geeignetes vorgemischtes Körner-Kräuterfutter für Degus von der Firma JR Farm, das online bestellt werden kann. Sonnenblumenkerne und Nüsse sollten nicht in zu großer Menge enthalten sein, da sie schnell zur Verfettung der Tiere führen könnten. Diese kann man aber, aus dem Futter herausgesammelt, gut als gelegentliche Leckerbissen verwenden, da sie noch wesentlich gesünder und kleiner sind, als z.B. Drops o.ä. aus dem Zoofachhandel. Ansonsten kann man ihnen fast alle Gemüsearten geben: Eisbergsalat (normaler Kopfsalat enthält zu viel Nitrat!), Sprossen, Kresse, Karotten (mit Grün), Tomaten, Chicoree, etc. Kohlartige Gemüse und Klee sollte man allerdings nur in geringen Mengen oder gar nicht zufüttern, da sie zu starken Blähungen führen können. Meine eigenen Degus haben Tomaten zu ihrem Lieblingsgemüse auserkoren. Chicoree mögen viele Degus wohl auch sehr gerne. Für frisches Grünfutter in den Wintermonaten sorgt ein mit Hasendraht bedeckter Blumenkasten, der alle zwei Wochen mit den nachgewachsenen Kräutern und Gräsern in den Käfig gestellt werden kann.

Das Wichtigste ist, daß Degus immer Zugang zu frischem Heu haben, weil sie dieses für ihre Verdauung und den Abrieb ihrer Zähne benötigen. Ergänzend gebe ich meinen Degus hin und wieder ein Stück trockenes Vollkornbrot oder getrocknete gepreßte Erbsen.

Sehr beliebt bei Degus sind auch Rinde, Laub und Knospen von Haselnuß-, Apfel- und Birnbäumen, sowie Weiden oder Birken. Die Rinden von Kirsch- und Pflaumenbäumen enthalten geringe Mengen Blausäure und sollten nicht verwendet werden. Ebenso sind harzhaltige Äste von Tannen, Eiben etc. für Degus nicht geeignet.
Basilikum schmeckt auch Degus
Basilikum schmeckt auch Degus

Ein schöner Nebeneffekt der Äste im Käfig ist, daß sie zusätzlich abwechlungsreicheKlettermöglichkeiten bieten und viele Degus ihr Mittagsschläfchen auf ihnen abhalten. Die sog. Leckerlis, wie Drops und Knabberstangen, die es im Zoohandel in allen möglichen Geschmacksrichtungen gibt, sind ungesund für Degus. Sie enthalten zuviel Zucker und Fett und ihr Rohfaserghalt ist sehr gering. Allenfalls in geringen Mengen kann man sie hin und wieder als Belohnung geben. Gesünder, und trotzdem bei Degus sehr beliebt, sind z.B. getrocknete Karottenchips, Sonnenblumenkerne, trockene Sojabohnen oder Rote Beete- Ecken (werden im Zoohandel für Ratten angeboten). Salzlecksteine haben in Degu-Käfigen nichts zu suchen. Stets sollten Degus Zugang zu frischem Wasser haben (Nagetiertränken aus dem Zoofachhandel). Entgegen der Ansicht einer der Degubuch-Autoren, daß Degus bei alleiniger Fütterung frischen Gemüses ihren kompletten Wasserbedarf damit abdecken, nehmen meine eigenen Degus selbst bei Fütterung saftiger Gemüsesorten (wie z.B. Tomaten) zusätzlich -wenn auch geringere Mengen- Wasser aus der Tränke auf. Kranke Tiere, insbesondere Diabetes-erkrankte Degus, haben häufig einen höheren Wasserbedarf als gesunde. Meiner Ansicht nach darf frisches Trinkwasser in der Tränke niemals im Käfig fehlen.


Fütterungsempfehlung

Beispiel einer Körnermischung für Degus
Beispiel einer Körnermischung für Degus

Unter Berücksichtigung der Zusammensetzung ihrer natürlichen Nahrungsquellen an der Küste und im Bergland Chiles empfehle ich folgendes „Menü", das sich bei meinen eigenen Tieren seit Jahren bewährt hat:

  • Körnermischung (täglich) bestehend aus 3 Teilen: 2 Teile Meerschweinchenfutter, 1 Teil bestehend aus getrockneten Gemüseflocken, trockenen Kräutern und Blütenmischungen für Chinchillas. Alternativ die fertige Körner-Kräuterfuttermischung der Firma JR Farm.
  • Frischfutter (2-3x pro Woche): Gemüse, z.B. Tomaten, Karotten, Eisbergsalat, Gurke, keine Kohlarten (Blähungsgefahr), Heimtiergras, Löwenzahn, kein Obst!
  • Gelegentlich: Kolbenhirse, hartes Vollkornbrot, Erdnüsse, frische Zweige von Apfel- und Birnbäumen oder Haselnußsträuchern
  • Stets täglich frisches Heu nach Belieben


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