Fortpflanzung

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Das Problem der Nachzucht

Das Problem der Notfallvermittlungen durch unkontrollierte Deguvermehrung ist inzwischen sehr groß. Überall in Deguforen und Online-Kleinanzeigen werden ungeplante Würfe und Notfalltiere in größeren Mengen angeboten. Selbst in Tierheimen finden sich ganze Degugruppen, die auf Abnehmer warten. Ein zusätzliches Problem durch unkontrollierte Deguvermehrung sind Inzuchttiere, die durch fehlerhafte Gene krankheitsanfälliger sind oder sogar an sichtbare Behinderungen leiden.

Deshalb rate ich unbedingt davon ab weiteren Degunachwuchs zu produzieren, solange die Situation sich nicht bessert.

Fortpflanzung bei Degus

Eine hochträchtige Degu-Dame
Eine hochträchtige Degu-Dame
Degujunge kommen bereits weit entwickelt zur Welt
Degujunge kommen bereits weit entwickelt zur Welt

Weibliche Degus werden etwa im Alter von 6 Wochen geschlechtsreif. Früher nahm man an, daß sie keinen regulären Geschlechtszyklus besitzen und erst der Männchenkontakt eine sogenannte Schockovulation auslösen würde, bei der der Eisprung plötzlich erfolgt. Dies ist beispielsweise beim Meerschweinchen der Fall.

Allerdings zeigen neuere Untersuchungen, daß Degu-Weibchen sehr wohl einen Zyklus von etwa 18-25 Tagen haben, der weder von der Anwesenheit eines Männchen, noch - zumindest in Käfighaltung - von der Jahreszeit abhängig sein soll.

Die Trächtigkeitsdauer ist im Vergleich zu anderen Nagetieren mit 87- 93 Tagen sehr lang, wodurch die Jungen schon weit entwickelt zur Welt kommen. Sie besitzen bereits Fell, haben teilweise die Augen geöffnet und laufen schon nach wenigen Tagen munter im Käfig umher. In der freien Natur haben sie dadurch einen Vorteil Feinden gegenüber, die es auf hilflose Jungtiere abgesehen haben.

Weibliche Degus haben insgesamt vier Zitzenpaare für einen Wurf von 2-8 Jungen, wodurch es manchmal zu einem Kampf auf Leben und Tod innerhalb eines Wurfes kommen kann und nur die stärksten Jungtiere überleben.

In den ersten Tagen nach der Geburt kümmert sich das Weibchen viel um den Nachwuchs, dann jedoch bekommt man den Eindruck, als würde sie schnell das Interesse an den Babies verlieren, da sie sie nur etwa 2x täglich für längere Zeit säugt. Das ist aber durchaus normal und führt dazu, daß die Jungtiere schon ziemlich früh auch feste Nahrung zu sich nehmen, die sie in der Nähe des Nests vorfinden. Etwa fünf bis sechs Wochen sollte man die Jungen bei der Mutter belassen, bevor man sie dann (möglichst getrennt nach Geschlecht) abgeben kann.

Gut sichtbar sind hier die vier Zitzenpaare.
Gut sichtbar sind hier die vier Zitzenpaare.
In der Regel sind die Zitzen nur bei säugenden Weibchen so gut zu erkennen.
In der Regel sind die Zitzen nur bei säugenden Weibchen so gut zu erkennen.

























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