Haltung
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Haltung
Degus sind sehr aktive und intelligente Tiere, weshalb sie in einem möglichst großen und vielseitig eingerichteten Käfig - am Besten mit mehren Etagen - gehalten werden sollten.
Der Boden sollte aus Metall oder Glas bestehen, die Seitenwände idealerweise aus Metallgitter, da ihr starker Nagetrieb wirklich alles zerkleinert, was aus Plastik oder Holz besteht. Ausgediente Aquarien (mind. 250 l) sind nicht schlecht, jedoch ist die Frischluftzufuhr durch die niedrigere Luftzirkulation manchmal etwas eingeschränkt, so daß sich das ausgeatmete CO2 und die Ammoniakdämpfe des Urins unten am Boden ansammeln. Für die Atemwege stellt das eine permanente Reizung dar (siehe auch Atemwegserkrankungen). Häufiger Einstreuwechsel und eine Sitzmöglichkeit direkt unter der Aquariendecke als Zufluchtsort sind unbedingt empfehlenswert.
Ebenso verhält es sich mit Terrarien. In diesen Glaskästen ist zusätzlich die Akustik für Tiere mit solch feinem Gehör nicht grade angenehm. Außerdem sind die Lüftungsschlitze von Terrarien meist auf Reptilien ausgelegt, die einen viel langsameren Stoffwechsel als Nagetiere besitzen. Die Innenluft wird also nur ungenügend schnell gegen Frischluft von außen ausgetauscht. Häufig funktioniert die Luftzirkulation überhaupt nur, wenn im Terrarium geheizt wird. Ein kleineres Aquarium/Terrarium kann man allerdings dann gut verwenden, wenn man es sozusagen nach oben hin „aufstockt“ (mit 4 Eckpfeilern, Hasendraht und Holzleisten, in jedem Baumarkt günstig zu kaufen).
Ideal ist für Degus eine Vogel-Voliere (siehe Foto) mit selbst eingebauten Etagen, Ästen zum Klettern, kleinen Heunestern, quergespannten Seilen usw. Der Phantasie sind hierbei eigentlich keine Grenzen gesetzt, solange das Material nicht giftig ist.
Für eine Gruppe von 3-4 Degus ist meiner Ansicht nach eine Käfiggrundfläche von mindestens 0,4-0,5 qm und eine Käfighöhe von ca. 1,5 m geeignet.
Ein möglichst großes Laufrad finde ich persönlich ganz wichtig für Degus, da sie selbst im größten Käfig niemals die entsprechende Bewegung haben werden, die sie in der freien Natur gehabt hätten. Untersuchungen ergaben, dass ein Degu im Schnitt 2-3 km täglich zurück legt. Diese Strecke würde er selbst beim ständigen freien Auslauf im Zimmer kaum erreichen. Meine eigenen Degus vergnügen sich oft mehrere Stunden am Tag zu zweit oder zu dritt in ihren Laufrädern, ohne daß sie sich bisher ernsthaft verletzt hätten. Inzwischen gibt es übrigens Laufräder mit einer Lauffläche aus Juteband und seitlicher Befestigung. Diese führen nur äußerst selten zu den von vielen Haltern so gefürchteten Verletzungen an den Gliedmaßen der Tiere.
Ein Unterschlupf (Häuschen, Wurzel, o.ä.) sollte in jedem Fall im Käfig vorhanden sein. Degus lieben es ihr Nest mit Hamsterwolle, zerkleinerten Papperesten (z.B. von Toilettenrollen) oder Papier von Küchenrollen auszupolstern. Für eine sehr gute Idee einer Deguhalterin halte ich das äußere Anbringen von einem Halogen-Pflanzen-Bestrahler in einer der oberen Ecken des Käfigs. Vor allem in den kälteren und dunkleren Monaten des Jahres genießen die Kleinen die Wärme und das Licht. Der Käfig selbst sollte in einer Ecke im Zimmer stehen, wo es keinen Luftzug gibt und die Raumtemperatur 17° C nicht unterschreitet.
Ich habe allerdings auch schon einen Erfahrungsbericht von einer Deguhalterin zugeschickt bekommen, die ihre Tiere das ganze Jahr über in einer Außenvoliere (im Garten) mit warmem Unterschlupf hält.
Trotzdem halte ich wärmere Temperaturen grade für Degu-Anfänger für besser, da Degus in freier Wildbahn eigentlich nie in Kontakt mit Schnee oder Temperaturen von unter 0°C kommen und sie grade für Erkältungskrankheiten recht anfällig sind.
Etwa zwei mal in der Woche benötigen Degus ein Sandbad zur Pflege ihres Fells. Dazu kann man Vogel- oder Chinchillasand in eine Schüssel mit hohen Seitenwänden füllen und für ca. 30 min in den Käfig stellen. Kombiniert mit einem für Nagetiere üblichen Kalkstein finden die kleinen Nager das ganz besonders toll und wälzen sich genüßlich mit der gesamten Gruppe gemeinsam im Sand.
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