Kastration und Sterilisation

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Begriffserläuterung

  • Kastration: Entfernung der Keimdrüsen beim Männchen (Hoden) oder Weibchen (Eierstöcke).
  • Sterilisation: Abbinden oder Durchtrennen des Samenleiters beim Männchen oder der Eileiter beim Weibchen.


Wer wird kastriert: Männchen oder Weibchen?

Idealerweise sollte man natürlich nur Degus eines Geschlechts halten, um generell der Frage einer „Kastration" aus dem Wege zu gehen. Jedoch ist die Geschlechtsbestimmung im Zoofachhandel oder von privaten Deguhaltern nicht immer korrekt, so daß man oft erst beim plötzlich erschienenen Nachwuchs feststellt, daß man doch ein Päarchen gehalten hat. Sich dann von einem der Haustiere zu trennen fällt oft schwer und der einzige Ausweg nicht alle 3 Monate einen Haufen kleiner Degus in die Welt zu setzen - und im weiteren eine permanente Inzucht von Degus zu betreiben - ist eine Kastration des/der Männchen. Weibliche Tiere können ebenfalls kastriert werden, jedoch ist der Eingriff für das Tier riskanter als bei männlichen Tieren, da dafür die Bauchhöhle eröffnet werden muß. Das oft gefürchtete Narkoserisiko ist bei Nagetieren generell höher als bei Hund oder Katze, da der Stoffwechsel der kleinen Tiere höher ist und die Dosierung der Narkosemittel sehr genau sein muß. Und selbst der beste Tierarzt kann nicht ausschließen, daß es zu einem Narkosezwischenfall kommt und das Tier nicht mehr erwacht. Allerdings gibt es heutzutage gute Narkosemittel auch für Nagetiere und ich selbst habe bisher zum Glück noch keinen Degu an einer Kastration sterben sehen. Das Verhalten des männlichen Degus in der Gruppe ändert sich nach der Kastration übrigens kaum.


Ablauf der Operation

Unter Vollnarkose wird jeweils rechts und links am Hoden ein Schnitt durch Haut und Hodenhüllen gesetzt, nachdem die Hoden manuell in den Hodensack gedrückt wurden. Der jeweilige Hoden wird vorgelagert, dicht am Körper mit Samenstrang abgebunden und abgetrennt. Nach Abbinden der Hodenhüllen über dem bereits verschlossenen Samenstrang wird der Stumpf unter die Haut gelassen und die äußere Haut durch mindestens zwei Hauthefte mit resorbierbarem Nahtmaterial verschlossen. Wenn der Degu aus der Narkose erwacht ist, darf er in der Regel wieder mit nach Hause genommen werden.

Zurück zuhause: Den Rest des Tages sollte ein Teil des Patientenkäfigs mit Rotlicht bestrahlt oder eine Wärmflasche hineingelegt werden.

Über mehrere Tage darf der Degu nur auf Zellstoff oder sauberen Tüchern, jedoch nicht auf Heu oder Einstreu, gehalten werden, um die Gefahr einer Wundinfektion zu senken. Falls es dennoch zu einer eitrigen Entzündung (Abszeß) kommen sollte, muß die Wundhöhle mehrmals täglich z.B. mit einer desinfizierenden Lösung vom Tierarzt gespült werden.


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