Probleme bei Geburt und Nachwuchs

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Kalziummangel nach der Geburt

Symptome: Wenige Tage nach der Geburt liegt die Mutter plötzlich apathisch auf der Seite, manchmal in Verbindung mit Krampfanfällen. Häufig bei dickeren Tieren!

Ursache: Durch veränderte Stoffwechselvorgänge während/nach der Geburt kommt es zu einem Kalziummangel der Mutter.

Therapie: Umgehend einen Tierarzt aufsuchen! Die Situation ist lebensbedrohlich für die Mutter. Der Tierarzt sollte dem Degu ein Flüssigkeitsdepot spritzen und den Mangel an Kalzium durch geeignete Medikamente ersetzen. Ausreichendes Kraftfutter (z.B. Extra Portion Protein in Form von Hundekuchenkrümeln oder Trockenfutter für Katzen) sollte der Mutter während der gesamten Säugezeit zur Verfügung stehen.


Mutter tötet ihren Nachwuchs

Nach der Geburt der Degu-Babys fängt die Mutter damit an ein Kleines nach dem anderen zu töten und hinterher selbst aufzufressen.

Ursache: Folgende Gründe sind vermutlich der Auslöser dafür, dass Degu-Mütter ihren Nachwuchs töten:

  • erhöhter Streß in den Tagen um die Geburt herum (z.B. Käfigwechsel, neues Tier in der Gruppe, keine Rückzugsmöglichkeit, zu kleiner Käfig, Unruhe in der Umgebung des Käfigs etc.).
  • Proteinmangel während der Schwangerschaft.

Was tun? Die überlebenden Jungtiere des Wurfes sind umgehend von der Mutter zu trennen und mit Ersatzmilch (s.o.) aufzuziehen, da die Mutter meistens innerhalb von wenigen Tagen den gesamten Wurf tötet. Ihr Verhalten darf man allerdings nicht einfach so verurteilen, auch wenn es für uns unverständlich erscheinen mag, dass eine Mutter anfängt die eigenen Kinder zu töten. Durch den Proteinmangel hätte die Degu-Mutter höchstwahrscheinlich gar nicht genügend Milch für alle Babys ausbilden können und schütz so einerseits ihre Kinder vor dem Hungertod und gewinnt andererseits durch das anschließende Fressen der Jungen wertvolle Energie zurück. Zusätzlicher Effekt ist, dass das eigene Nest in freier Natur zudem sauber bleibt.

Prophylaxe: Um schon im Vorhinein einem Proteinmangel der Mutter nach der Geburt vorzubeugen sollten z.B. Katzentrockenfutter oder kleine Hundekuchen hinzu gefüttert werden. Einige Degus nehmen auch lebendige Mehlwürmer (Zoofachhandel) gerne an.


Künstliche Aufzucht von Degu-Babys

Deguersatzmilch: Die Degu-Ersatzmilch sollte aus folgenden Komponenten (in Anlehnung an die Fütterungsempfehlung von Guido Schweigart aus "Chinchilla, Heimtier und Patient") selbst angemischt werden:

  • 1 Teil Säuglingsersatzmilch für Menschen (Drogerie-Markt)
  • 1 Teil Sahne
  • 1 Teil flüssiges Eigelb
  • dazu ca. 10% der Gesamtmenge Wasser hinzufügen und alles gut vermischen.

Zur Verabreichung eignet sich eine Plastikpipette oder nadellose 1 ml-Spritze (Apotheke).

Die Lösung sollte täglich stets frisch hergestellt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Sie sollte vor Verfütterung lauwarm angewärmt werden (z.B. aufgezogene Spritze einige Zeit unter warmes Wasser halten). In den ersten 7 Tagen nach der Geburt sollten die Kleinen etwa alle 2-3 Stunden (nachts etwas länger) bis zur Sättigung (ca. 0,25- 0,5 ml pro Tier in den ersten Lebenstagen) gefüttert werden, dann können die Fütterungspausen verlängert werden. Frisches Heu und die übliche Körnermischung sollten von Anfang an schon in der Nähe des Nestes zur Verfügung stehen. Junge Degus fangen schon nach wenigen Tagen damit an Knabberproben zu nehmen.

Viel Erfolg bei der Aufzucht!


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